Header

Zeckengefahr !

FSME und Borreliose kann jeden treffen !

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns bzw. der Hirnhäute, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird.

Bei uns in Österreich kommt das Virus dauend vor, vor allem von März bis November, mit einem Gipfel von Juli bis September.

75% der FSME-Infektionen sind ohne relevante Beschwerden, beim Rest kommt es nach 1-3 Wochen zu Fieber mit grippeartigen Beschwerden, Abgeschlagenheit, Atemwegsbeschwerden oder Bauchschmerzen. Bei etwa zwei Drittel der Patienten endet die Erkrankung mit dem Rückgang des Fiebers.
Die restlichen Patienten entwickeln dann aber neurologische Symptome. In Einzelfällen entsteht dann eine Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirnentzündung (Meningoenzephalitis) oder Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes (Meningoenzephalomyelitis).
Diese Erkrankungen können sich in starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen äußern. Weiters kann es zu Krampfanfällen oder Lähmungen kommen.
Ein Großteil der Betroffenen erholt sich wieder vollständig, bis 30 Prozent leiden aber über lange Zeit unter Lähmungserscheinungen, Schwerhörigkeit, Depressionen oder anderen Beeinträchtigungen.

Behandlung

Da es keine spezielle Behandlung der FSME gibt, ist es für Personen, die in virusverseuchten Regionen leben, ratsam, sich vorbeugend impfen zu lassen.

FSME-Impfung

Die Immunisierung gegen die FSME besteht aus 3 Teilimpfungen. Dabei wird ein Impfstoff in die Muskulatur des Oberarms injiziert.
Nach vollständiger Grundimmunisierung besteht bei 99 Prozent der Geimpften ein vollständiger Schutz vor FSME.

Die Teilimpfungen erfolgen für Kinder und Erwachsene nach demselben Schema:

1. Teilimpfung
2. Teilimpfung: 1-3 Monate nach der ersten Teilimpfung
3. Teilimpfung: 9-12 Monate nach der zweiten Teilimpfung

Auffrischungsimpfungen

Die erste Auffrischungsimpfung sollte nach 3 Jahren erfolgen. Weitere Auffrischungsimpfungen sind infolge nur mehr alle 5 Jahre notwendig. Menschen ab dem 60. Lebensjahr sollten nach der Empfehlung des Obersten Sanitätsrates jedoch wieder alle 3 Jahre eine Auffrischung erhalten.

Gelegentlich kann es zu Rötungen und Schwellungen an der Injektionsstelle kommen. Vor allem bei der ersten FSME-Teilimpfung kann es, besonders häufig bei Kleinkindern, zum Auftreten von Fieber kommen. Seltener treten allgemeine Symptome wie Kopfweh, Muskel- und Gelenksschmerzen auf.

Borreliose

Borreliose ist eine weltweit häufig auftretende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Auf den Menschen werden die Bakterien durch Zeckenstiche übertragen.
Besonders häufig tritt die Borreliose bei Personen auf, die viel Zeit in der Natur verbringen. Beruflich gefährdet sind Arbeiter in der Wald- und Forstwirtschaft sowie im Gartengewerbe. Die Infektion kann von März bis Oktober erfolgen, zu den meisten Zeckenstichen kommt es in den Monaten Juni und Juli.
In Mittel- und Nordeuropa sind etwa 5-35 Prozent der Zecken Träger von Borrelien. Aber nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zur Ansteckung, und längst nicht jede Ansteckung führt zur Erkrankung.

Die Borreliose verläuft schubweise in mehreren Krankheitsstadien:

1. Stadium

Erstes Anzeichen ist meist eine Rötung im Bereich der Einstichstelle, 3 Tage bis zu 3 Wochen nach dem Stich. Dieser rote Fleck breitet sich langsam aus und wird gleichzeitig im Zentrum heller, so dass später eine ringförmige Hautveränderung zu beobachten ist.
Auch ohne medikamentöse Behandlung bildet sich diese Veränderung meist innerhalb einiger Wochen vollständig zurück. Die Borrelien verbleiben jedoch im Körper, können sich dort vermehren und den Übergang der Krankheit in das nächste Stadium einleiten.

2. Stadium

In diesem Erkrankungsstadium kommt es zu einer Ausbreitung der Bakterien auf den gesamten Organismus. Dabei treten Fieber, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknoten-Schwellungen auf.
Typisch ist der Befall des Nervensystems, Lähmungen der Gehirnnerven (z.B. Gesichtslähmung) oder selten Hirnhautentzündung.
Bei etwa 15 Prozent der Erkrankungen ist auch der Herzmuskel von der Entzündung betroffe. Relativ selten tritt an der Haut des Ohrläppchens (vor allem bei Kindern), oder des Hodens ein rötlich-entzündlicher Knoten auf.

3. Stadium

Das dritte Stadium beginnt erst Monate bis Jahre nach der Infektion. Typische Beschwerden sind Gelenksentzündungen, die schubweise verlaufen und verschiedene Gelenke betreffen können, am häufigsten das Knie mit schmerzhaften Schwellungen über viele Wochen.

Behandlung

Die Borreliose wird nur bei Auftreten von Krankheitsanzeichen. Wenn es an der Stichstelle zu den typischen Hautrötungen kommt, wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Borreliose handelt und eine Therapie mit einem Antibiotikum begonnen.

Im zweiten und dritten Stadium muss das Antibiotikum in Form von Spritzen oder Infusionen über mindestens 14 Tage verabreicht werden.

Wird eine Borreliose rechtzeitig und ausreichend behandelt, heilt sie folgenlos und vollständig ab.

Zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit von Zeckenstichen sollten beim Aufenthalt im Wald und Garten lange Hosen getragen werden.
Nach Wanderungen, abends zuhause, den gesamten Körper genau nach Zecken abzusuchen, und diese – wenn vorhanden – möglichst rasch und vorsichtig entfernen.

Bitte unbedingt vermeiden: Fast jeder kennt einen anderen Geheimtipp zur Zeckenentfernung, z.B. Abbrennen der Zecke, Drauftröpfeln von Öl, Drehen im oder gegen den Uhrzeigersinn. Doch solche Verfahren schaden mehr als sie nützen. Es kann sein, dass die Zecke dann erst recht Erreger in die Wunde abgibt.

Richtige Entfernung: Je früher umso besser. Zecke vorsichtig mit einer feinen Pinzette, einer Zeckenzange oder mit einem Skalpell entfernen. Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht bzw. hebelt die Zecke vorsichtig und gerade heraus, anschließend Einstichstelle desinfizieren.
Wer sich nicht sicher ist, die Zecke richtig entfernen zu können, sollte einen Arzt aufsuchen.


zurück